Moderne Archäologie erforscht alle Facetten menschlichen Lebens. Dies umfasst auch, die Auswirkungen von klimatischen Veränderungen auf die Umweltbedingungen, in denen Menschen in der Vergangenheit lebten, aber die sie auch beeinflussten. Sie liefert hoch auflösende Daten zu lokalen oder regionalen Auswirkungen klimatischer Veränderungen in einer großen zeitlichen Perspektive. Aus globalen Archiven wie Tiefseebohrkernen und Eisschilden wissen wir um globale Klimaschwankungen mit großer Zeittiefe. Diese Klimaveränderungen trafen die Menschen aber nicht überall in gleichem Maße. In Zusammenarbeit mit vielen anderen Disziplinen kann die Archäologie so die konkreten Auswirkungen auf die Lebensrealität vergangener Gemeinschaften, aber auch ihre Reaktion darauf rekonstruieren.

Die Archäologie und das kulturelle Erbe sind aber auch Betroffene des aktuellen Klimawandels. Die Erderwärmung mit ihren sehr unterschiedlichen lokalen Auswirkungen bringt auch ein breites Spektrum der Bedrohung des kulturellen Erbes der Vergangenheit mit sich. Der Anstieg des Meeresspiegels betrifft nicht nur die weit entfernten Inseln des Pazifik und deren kulturelles Erbe, sondern auch die Küsten Europas. Erste Prognosen und Berechnungen zeigen, welche Welterbestätten an der Mittelmeerküste je nach Höhe des Meeresspiegelanstiegs unter Wasser geraten würden. Das Auftauen der Permafrostböden lässt auch alle jene archäologischen Zeugnisse auftauen, die über lange Zeiträume geschützt waren. Einmalige Kontexte und Artefakte z.B. aus Holz und Leder gehen damit verloren.

Ziel

Im Zusammenspiel mit vielen verschiedenen Disziplinen kann die Archäologie zu Erkenntnissen über den Klimawandel beitragen. Im Bereich des Kulturerhaltes stehen wir wachsenden Herausforderungen gegenüber, die die Folgen des Klimawandels mit sich bringen und welche ebenfalls nur interdisziplinär, gemeinsam und in Netzwerken gelöst werden können. Dazu bedarf es jedoch einer Bestandsaufnahme und gemeinsamer Diskussionen der Herausforderungen.  Die Veranstaltungreihe soll die beiden Themenschwerpunkte, d.h. Erforschung des Klimawandels in seinen konkreten lokalen und regionalen Auswirkungen in einer langfristigen Perspektive und die Auswirkungen des Klimawandels auf unser kulturelles Erbe heute in den Blick nehmen und die internationale Zusammenarbeit intensivieren.

Das Archaeological Heritage Network wird unterstützt durch das Auswärtigen Amt.